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Neuigkeiten im und um KJV Rostock/HRO
 
20 Jahre Grüne Note

Das 20jährige Bestehen der Kinder - & Jugendbläsergruppe "Grüne Note" unter der Leitung von Ines van den Berg-Redepenning wurde am 08. Juli 2017 im Rahmen des Dorffestes in Wahrstorf gefeiert. Während der Veranstaltung zeigten kleine und große Jagdhornbläser ihr Können, wobei besonders die modernen Stücke den Zuspruch der Gäste fanden. In den letzten 20 Jahren wurden viele Jagdhornbläser durch die Leiterin der "Grünen Note" ausgebildet und unterstützt. Damit  trugen sie zur Erhaltung dieses Kulturgutes bei. Das Jagdhornblasen ist ein wichtiger Bestandteil des Brauchtums in der Jagd und als anerkanntes Weltkulturerbe der UNESCO relevanter denn je.

Leider findet man in der heutigen Zeit Wenige, die sich so für die Nachwuchsgewinnung, die keine Jäger sind, einsetzen. Um diese Tradition interessiertern Kindern und Jugendlichen beizubringen, bedarf es viel Zeit und Einsatz. Deshalb dankt der Vorstand des KJV Rostock/HRO auf diesem Weg nochmal allen mit dem jagdlichen Brauchtum verbundene Jägerinnen und Jäger sowie allen Nichtjägern für diese Arbeit und insbesondere für die Jugendarbeit und Nachwuchsgewinnung.

 

Stefanie & Steffen Große


Jägerbrunch 2017

 

Der jährlich durchgeführte Jägerbrunch des Kreisjagdverbandes Rostock/HRO war Dank der guten Zusammenarbeit der Stadt Tessin und des KJV wieder ein voller Erfolg. Bei angenehmem Wetter wurde der Jägerbrunch von der Bürgermeisterin der Stadt Tessin und der Schirmherrin des Brunches Frau Dräger sowie dem Vorsitzenden des KJV Wdg. Kusch vor über 120 Gästen auf dem Grillplatz Tessin um 10.00 Uhr eröffnet. Die Verantwortlichen, voran Wdg. Leinweber hatten für Groß und Klein unterschiedliche Programmpunkte organisiert.

So war für unsere Kleinen Kinderschminken oder das Bauen von Vogelkästen möglich. Für alle Besucher wurde Wdg. Hundt die Hunderasse Laika als Jagd- und Familienhund sowie durch den Falkner Wdg. Göhring ein Gerfalke vorgestellt. Beide Tierarten sind in der heutigen Jagd in Deutschland nicht sehr häufig und regten somit das Interesse vieler Gäste an.

In jeweils ausführlichen Erläuterungen erfuhren die Besucher etwas über die Arbeit, Haltung und das Leben der jeweiligen Tiere, welches selbst für erfahrene Jägerinnen und Jäger sehr informativ war. Wer wollte, konnte sich auch zurück ziehen und sich medial über das Leben von Rotwild und Co. informieren. Für das leibliche Wohl in Sachen Essen und Trinken war hervorragend gesorgt. Jeder durfte sich nach Herzenslust an dem reichlichen Buffet bedienen.

Musikalisch wurde der Brunch durch Jagdhornbläserinnen und -bläser eröffnet und begleitet, welche ihre Musikstücke auf sehr hohem Niveau vortrugen, weshalb das Zuhören auch wieder Spaß machte. Die Badelandschaft war auch dieses Mal wieder zur Nutzung für die Gäste verfügbar.

Hiermit nochmals vielen Dank an die Stadt Tessin und alle an der Durchführung Beteiligten für einen gelungenen Jägerbrunch.

Steffen Große


 

Wildschweinplage in Städten - Uni Rostock entwickelt Präventionsprogramm

 

Dummes Schwein? „Falsch“, sagt Rostocks Stadtforstamtsleiter Jörg Harmuth. „Wildschweine sind pfiffige Kerlchen, äußerst schlau und anpassungsfähige Überlebenskünstler. Die borstigen Grunzer wissen ganz genau, wie man uns an der Nase herumführt.“ Warum sollen sie auch im Wald leben und Eicheln futtern, wenn es in der Stadt Fast-Food auf der Straße gibt? Die Stadt ist ein wahres Schlaraffenland. Die Universität Rostock untersucht jetzt im Auftrag der Hansestadt und des Landwirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommerns, welche Schäden Wildschweine in der Großstadt Rostock und Umgebung, sprich in Gärten, Parkanlagen, auf Feldern und Wiesen verursachen und wie man beispielsweise durch eine andere Bejagungs-Strategie gegensteuern kann. Rostock ist eine der ersten Universitäten in Deutschland, die sich intensiv mit der Plage von „Schweinen in der Stadt“ beschäftigt und dazu forscht.

Immerhin haben die Schwarzkittel im vergangenen Jahr allein auf städtischen Flächen des Grünamtes Schäden in Höhe von etwa 100.000 Euro angerichtet. Die Tiere hinterlassen u.a. in Markgrafenheide richtige Grabelandschaften. „Wir müssen handeln“, sagt der Stadtforstamtsleiter. Obwohl in den letzten zwei Jahren allein in und um Markgrafenheide 84 Wildschweine erlegt wurden, ist das Problem damit nur zeitweilig gemindert. Die frei gewordenen Lebensräume werden innerhalb kurzer Zeit erneut besiedelt. Viele bisherige Bemühungen, der Schweineplage Herr zu werden, waren nur „ein Stochern im Nebel“. Dies betrifft vor allem die notwendige Prävention in Bezug auf Lebensräume für Schwarzwild und die effektive Bejagung möglichst bereits außerhalb des urbanen Raumes.

„Wir wollen versuchen, zunächst die Populationsdichte der Schwarzkittel, beispielsweise durch Fotofallen, Markierung und Sichtzählung zu bestimmen“, erklärt Diplom-Biologe Dr. Hinrich Zoller vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock die Arbeitsschritte. Der 34-Jährige ist in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und schon seit jungen Jahren mit der Jagd vertraut. Er weiß also auch aus praktischer Sicht sehr genau, worum es geht. In einem weiteren Schritt wollen die Forscher sowohl die Populationsdynamik wie auch das Raum-Zeit-System der Tiere erkennen, um dann nachvollziehen zu können, wo sich die Wildschweine wann aufhalten. Dazu sollen die Schwarzkittel mit Hilfe von großen Fallen gefangen werden. Mit Sendern und Ohrmarken ausgestattet, werden sie dann wieder in die Freiheit entlassen. So können die Wanderungsbewegungen, sowie Reaktionen auf Bejagung oder Störungen der Schweine genau nachvollzogen werden.

„Dann wissen wir, welche Strategien wir anwenden können und was zu tun ist, damit die Tiere letztlich im Wald bleiben“, hofft Jörg Harmuth. „Es wird in dem Forschungsprojekt aber auch darum gehen, die Bevölkerung aufzuklären, welche Pflichten und Möglichkeiten sie hat, damit die Schweineplage gemildert werden kann“, sagt Dr. Zoller. Wichtig ist, dass die Tiere niemals gefüttert werden und ihnen der Zugang zu Grundstücken durch Zäune erschwert wird.

Weil das Wildschweinproblem in anderen Städten und ländlichen Bereichen Mitteleuropas ebenfalls sehr groß geworden ist, planen die Forscher der Universität Rostock, Kooperationen mit anderen Instituten und Universitäten im In- und Ausland einzugehen. So sollen neueste Erkenntnisse aus der Forschung besonders in den Städten schnell praxiswirksam werden. Besonders in städtischen Siedlungsräumen gibt es zwei Lager: Die einen wollen die Schweine von der Stadt fernhalten, die anderen wollen sie streicheln. „Das ist eines der Hauptprobleme“, meint Dr. Zoller. Doch auch durch möglicherweise falsches Jagdmanagement sieht er die Wildschweine weiter auf dem Vormarsch. Hier Lösungen anzubieten, ist eines seiner weiteren Forschungsvorhaben. „Die derzeit einzig sinnvolle Möglichkeit, die Bestände einzudämmen, ist die Jagd. Wird nicht eingeschritten, regelt die Natur das selbst. Das heißt, es brechen Krankheiten aus“, warnt  Zoller. Er erinnert an die europäische Schweinepest vor ein paar Jahren. „Das möchten die Landwirte und Jäger nicht noch einmal erleben, weil dann ganze Bestände von Hausschweinen gekeult werden müssen.“

Dabei scheint die Wildschweinplage auch durch die Landwirtschaft hausgemacht. Die mit Mais und Raps angebauten Flächen werden immer größer. „Da haben die Tiere nicht nur gut zu fressen, sondern auch beste Deckung“, sagt Dr. Zoller. Basierend auf den Erkenntnissen der letzten Jahre, könnte auch der Klimawandel mit der explosionsartigen Ausbreitung der Schwarzkittel zu tun haben. Starke, anhaltende Frostperioden von mindestens sechs bis acht Wochen werden immer seltener. Die Frischlinge überleben dadurch in sehr großer Zahl. In den letzten Jahren haben teilweise bis zu 70 Prozent der Frischlings-Bachen selber Frischlinge bekommen, erklärt der Biologe.

Hintergrund: Seit über 40 000 Jahren dient das Wildschwein dem Menschen durch die Jagd als Nahrungsgrundlage oder trat ihm mit dem Aufkommen der Landwirtschaft als Konkurrent entgegen. Aus diesen Gründen kam es bis zum 17. Jahrhundert zur Ausrottung dieser Wildtierart in England, Dänemark und Skandinavien. Im 18. und 19. Jahrhundert verschwand das Wildschwein dann auch aus den meisten Bereichen Mitteleuropas. Auf Grund von Veränderungen in den Jagdsystemen und der Modernisierung der Landwirtschaft kam es bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa zur Ausbreitung und Auswilderung in wildschweinfreie Gebiete, selbst in Nordamerika, Australien und einigen kleineren Inseln des Atlantiks und Pazifiks.
Seit etwa 60 Jahren ist in ganz Mitteleuropa ein starker Anstieg des Schwarzwildes zu verzeichnen. Der Trend hält unvermindert an und konnte trotz frühzeitigem Erkennen und teilweise eingeleiteten Maßnahmen bisher in keiner Weise gestoppt werden. „Seit Jahrzehnten versuchen wir Menschen, die Wildschweine vom Acker zu kriegen“, sagt Rostocks Stadtforstamtsleiter Harmuth. Aber: „Trotz aller Bemühungen gibt es mehr Schweine denn je.“

Kontakt:
Universität Rostock
Institut für Biowissenschaften
Dr. Hinrich Zoller
Fon: 01723054728
Mail: hinrich.zoller(at)uni-rostock.de

Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter(at)uni-rostock.de

Quelle: http://www.uni-rostock.de/detailseite/news-artikel/wildschweinplage-in-staedten/

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